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BIBLE VERSIONS / Die Grünewald Bibel / Altes Testament / 2 Chronik

Die Grünewald Bibel - P.Riessler, R.Storr, 1924

1 Chronik 2 Chronik Esra

Kapitel 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36

1 Hernach rückten die Moabiter und die Ammoniter und einige der Mëuniter gegen Josaphat zum Kampfe aus.

2 Man kam und meldete Josaphat: "Ein gewaltiger Haufe zieht von jenseits des Meeres, von Edom, gegen dich heran. Sie sind schon in Chason Tamar, das ist Engedi."

3 Da fürchtete sich Josaphat und schickte sich an, den Herrn zu suchen. Und er ließ in ganz Juda ein Fasten ausrufen.

4 Da sammelte sich Juda, um den Herrn zu suchen. Auch aus allen Städten Judas waren sie gekommen, den Herrn zu suchen.

5 Josaphat aber trat in die Gemeinde Judas und Jerusalems im Hause des Herrn vor den neuen Vorhof

6 und sprach: "Herr, unserer Väter Gott! Bist Du nicht in dem Himmel Gott und herrschest über alle Heidenreiche? In Deiner Hand ist Kraft und Macht, und niemand kann Dir widerstehen.

7 Hast nicht Du, unser Gott, des Landes Insassen vertrieben vor Deinem Volke Israel und dies dem Stamme Deines Freundes Abraham für alle Zeit verliehen?

8 Sie siedelten darin und bauten Dir darin ein Heiligtum für Deinen Namen. Sie sprachen:

9 'Wenn uns ein Unheil trifft, Schwert, Strafgericht, Pest, Hungersnot, dann treten wir vor dieses Haus, vor Dich. Ist ja in diesem Haus Dein Name! Wir rufen dann zu Dir in unserer Not, daß Du uns hörest und errettest.'

10 Nun sind die Söhne Ammons, Moabs und die von dem Gebirge Sëir da, das zu betreten Du einst Israel verboten, als dieses aus Ägypten kam, sind sie doch ihnen ausgewichen und haben sie nicht ausgetilgt.

11 Sie wollen jetzt an uns Vergeltung üben und uns aus dem Besitz vertreiben, den Du zum Erbe uns verliehen hast.

12 Willst Du sie denn nicht richten, unser Gott? Vor dein gewaltig großen Haufen, der gegen uns heranzieht, sind wir ja machtlos. Wir wissen nimmer, wie wir handeln sollen. Auf Dich allein sehn deshalb unsere Augen."

13 Ganz Juda stand dabei vor dem Herrn, auch seine Kinder, Weiber und Söhne.

14 Da kam über Jachaziel, des Zakarja Sohn und Enkel des Benaja, des Sohnes des Jeiel und Enkels des Mattanja, einen Leviten aus den Asaphsöhnen, der Geist des Herrn inmitten der Gemeinde.

15 Er sprach: "Merkt auf, ganz Juda und ihr Bewohner Jerusalems und du, König Josaphat! So spricht der Herr zu euch: 'Vor dem gewaltig großen Haufen fürchtet euch doch nicht! Erschrecket nicht davor! Der Kampf obliegt nicht euch, vielmehr nur Gott.'

16 Zieht morgen gegen sie! Sie rücken auf der Steige von Sis an. Ihr findet sie darum am Ende des Bachtals, östlich von der Wüste Jeruel.

17 Nicht ihr habt hier zu streiten. Paßt auf, steht still! Dann seht ihr die Hilfe des Herrn für euch, für Juda und Jerusalem! Habt keine Furcht! Erschrecket nicht! Zieht morgen gegen sie! Der Herr ist ja mit euch."

18 Da neigte Josaphat das Antlitz bis zur Erde, und ganz Juda mit Jerusalems Einwohnern war vor dem Herrn niedergefallen, den Herrn anzubeten.

19 Dann erhoben sich die Leviten von den Kehatiter- und Korachsöhnen, um den Herrn, Israels Gott, mit überlauter Stimme zu preisen.

20 Am anderen Morgen in der Frühe aber zogen sie nach der Steppe von Tekoa. Bei ihrem Auszug trat Josaphat auf; dann sprach er: "Hört mich an, Juda und ihr Bewohner Jerusalems! Vertraut auf den Herrn, euren Gott, und ihr habt Bestand! Vertraut auf seine Propheten, und ihr habt Glück!"

21 Dann beriet er sich mit dem Volke und bestellte für den Herrn Sänger, die im heiligen Schmucke jubelten. Sie sollten vor den Kampfgerüsteten herziehen und sprechen: "Dankt dem Herrn; denn ewig währet seine Huld!"

22 Sobald sie aber mit dem Jubelruf und dem Lobpreis begannen, legte der Herr einen Hinterhalt wider die Ammoniter, Moabiter und die vom Gebirge Sëir, die gegen Juda ausgezogen waren. So wurden sie geschlagen.

23 Auch die Ammoniter und Moabiter standen gegen die Bewohner des Gebirges Sëir auf, sie zu bannen und zu tilgen. Als sie aber mit den Bewohnern Seïrs fertig waren, griffen sie sich gegenseitig an und vernichteten sich.

24 Als nun Juda auf die Höhe kam, nach der Wüste zu, sah es sich nach dem Haufen um. Da lagen lauter Leichen am Boden. Niemand war entronnen.

25 Da kam Josaphat mit seinen Leuten, Beute zu machen. Und sie fanden Vieh in Menge, Fahrnis, Kleider und kostbare Geräte. Und sie nahmen sich mehr, als sie tragen konnten. Drei Tage plünderten sie, so groß war die Beute.

26 Am vierten Tage aber versammelten sie sich im Lobpreistale. Denn dort pries man den Herrn. Deshalb nennt man jenen Ort bis auf diesen Tag Lobpreistal.

27 Dann kehrten alle Männer Judas und Jerusalems mit Josaphat an der Spitze um und zogen voller Freude nach Jerusalem; denn der Herr hatte sie über ihre Feinde mit Freude erfüllt.

28 So kamen sie nach Jerusalem mit Harfen, Zithern und Trompeten zum Hause des Herrn.

29 Ein Gottesschrecken aber fiel auf alle Reiche der Länder, als sie hörten, daß der Herr mit Israels Feinden gestritten habe.

30 Und Josaphats Reich hatte Ruhe. Denn sein Gott schaffte ihm ringsumher Ruhe.

31 Josaphat regierte also über Juda. Er war fünfunddreißig Jahre alt, als er König wurde, und regierte fünfundzwanzig Jahre in Jerusalem. Seine Mutter hieß Azuba und war des Silchi Tochter.

32 Er wandelte auf seines Vaters Asa Weg und wich nicht von ihm. Er tat, was dem Herrn gefiel.

33 Nur die Höhen waren nicht beseitigt. Und das Volk richtete nicht sein Herz auf den Gott seiner Väter.

34 Der Rest der Geschichte Josaphats, der früheren und späteren, ist verzeichnet in Jehus, des Chananisohnes, Geschichte, die man in das Buch der Könige Israels eingefügt hat.

35 Hernach verbündete sich Judas König Josaphat mit Achazja, dem König Israels. Dieser aber lebte und wirkte lasterhaft.

36 Er verband sich nun mit ihm, um Schiffe für die Fahrt nach Tarsis zu bauen. Und so machten sie in Esiongeber Schiffe.

37 Da weissagte Dodawahus Sohn Eliezer aus Maresa wider Josaphat und sprach: "Weil du dich mit Achazja verbündest, wird der Herr dein Werk zertrümmern." Und die Schiffe scheiterten und vermochten nicht nach Tarsis zu fahren.

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